Erfahre jetzt welche Tabakriesen in E-Zigaretten investieren
Rund um E-Zigaretten

Diese Tabakriesen investieren in E-Zigaretten

Auch wenn sich die Tabakindustrie immer wieder als vermeintlich größter Feind der E-Zigarette qualifiziert, können es sich die Big Player nicht leisten, den Trend des elektronischen Rauchens unbeachtet zu lassen. Zwischen 2012 und 2014 kehrten 1,5 Millionen Menschen der Tabakzigarette den Rücken zu, wie der Verband des eZigarettenhandels berichtet.

Das folgende Diagramm verdeutlicht, welch enormen Boom die E-Zigaretten-Branche in den letzten Jahren erlebt hat.

Entwicklung des Umsatzes mit E-ZigarettenHTML-Code zum Einbinden der Grafik:

Wie folgt eine Auswahl der größten Tabakkonzerne, die in E-Zigaretten investieren:

Altria Group

Als einer der weltweit größten Tabakkonzerne und, mit dem abgespalteten Unternehmen Philip Morris, Hersteller von unter anderem Marlboro und L&M, hat die Altria Group 2014 die MarkTen auf den Markt gebracht. Hierbei handelt es sich um eine der Form einer Tabakzigarette ähnelnde E-Zigarette – „Cigalike“.

In der Zwischenzeit wurde das Unternehmen Green Smoke Inc. (Hersteller von typischen Cigalikes) für 110 Millionen Dollar aufgekauft und die MarkTen XL auf den Markt gebracht, die gegenüber dem Vorgängermodell unter anderem über eine doppelte Akkulaufzeit verfügt.

Durch intensives Marketing und den lokalen Vertrieb werden insbesondere in den USA nicht unwesentliche Absatzzahlen erzielt.

Reynolds American

Als eines der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen ist Reynolds American für den Verkauf von rund einem Drittel der Zigaretten in den Vereinigten Staaten verantwortlich (Marken sind unter anderem Camel, Winston oder American Spirit).

Fast zeitgleich mit der MarkTen der Altria Group brachte der Tabakkonzern die Vuse auf den Markt, die sie selbst als die fortschrittlichste E-Zigarette beschreiben und die zu einem Preis von rund 10 $ erhältlich ist.

Das Produkt wird ausschließlich über Vertriebspartner verkauft und Reynolds American hat sich sogar dafür stark gemacht, den Handel von E-Zigaretten über das Internet zu verbieten.

Die Schwächen sind mit wenigen Worten formuliert: Eine „Cigalike“ mit geringer Akkukapazität, einer schlechten Geschmacks- und Dampfentwicklung und – jetzt kommt der Clou – einem Nikotingehalt von 48 mg pro ml. So soll die langsamere Nikotin-Resorption gegenüber einer Tabakzigarette ausgeglichen werden.

Imperial Tobacco

Der nach Marktanteilen viertgrößte internationale Tabakkonzern erwarb im März 2014 das international bekannte Unternehmen „blu eCigs“ für 7,1 Milliarden Dollar von Lorrilard. Dieser Deal kam dadurch zustande, dass Lorrilard zu diesem Zeitpunkt von Reynolds American aufgekauft wurde und mit der „Vuse“ und „blue eCigs“ im Sortiment kartellrechtliche Bedenken bestanden.

In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass sich Lorrilard den Ankauf von blue eCigs im April 2012 gerade einmal 135 Millionen Dollar kosten ließ. Die angebotenen E-Zigaretten von blue sind ausschließlich „Cigalikes“ und haben mit den mitterweile sehr hochwertigen und leistungsstarken E-Zigaretten für Einsteiger nicht mehr viel gemeinsam.

Darüber hinaus präsentierte Imperial Tobacco Anfang 2014 seine eigene E-Zigarette – die „Puritane“. Diese E-Zigaretten (natürlich ebenfalls eine Cigalike) wird in Zusammenarbeit mit der Apothekenkette „Boots UK“ vertrieben.

British American Tobacco

Über den Vype ePen habe ich bereits berichtet. Es handelt sich dabei um einen Ansatz, eine möglichst einsteigerfreundliche E-Zigarette auf den Markt zu bringen. Auch hier wird mithilfe von intensivem Marketing nachgeholfen, insbesondere durch regelmäßig ausgestrahlte Werbung im deutschen Fernsehen.

Die vermeintlichen Einsteiger-Sets werden über die eigenen Möglichkeiten hinaus in Kooperation mit LloydsPharmacy (eine große Apothekenkette in Großbritannien) vertrieben. In Deutschland ist nicht das gesamte Produktsortiment verfügbar. Der hierzulande bislang nicht erhältlich Vype eTank ist eine der eGo-T ähnelnde E-Zigarette, die vielversprechender als die „Cigalikes“ sein mag.

Lorillard

Wie im Absatz von Imperial Tabacco schon angesprochen, war der einst drittgrößte US-amerikanische Tabak-Hersteller Lorillard rund zwei Jahre lang im Besitz von blue eCigs, ehe Reynolds American 27,4 Milliarden Dollar auf den Tisch legte und blue eCigs aufgrund von kartellrechtlichen Bedenken von Imperial Tabacco erworben wurde. Der Verkaufspreis lag rund 5160 % über dem Einkaufspreis.

Neben blue eCigs wurde die in Großbritannien bekannte E-Zigaretten-Marke „Skycig“ für einen Einkaufspreis von 48,5 Millionen Dollar in das Portfolio aufgenommen, ehe im Mai 2014 ein Rebranding erfolgte und ehemals BluCigs und SkyCig zu Blu eCigs vereint wurden. Dieses Rebranding wurde durch eine 20 Millionen Pfund teure Marketing-Kampagne gefördert.

Japan Tobacco International

JT International hat seinen Sitz im schweizerischen Carouge und ist ebenfalls einer der Big-Player in der Tabakindustrie. Im Juni 2014 wurde die E-Zigaretten-Marke „E-Lites“ erworben. Überraschenderweise und mit einem Zwinkern zu berichten handelt es sich ebenfalls um „Cigalikes“, nur designtechnisch aufgewertet.

Nebenbei bemerkt hat das Unternehmen eine interessante, zugleich sehr fragwürdige Aussage zur Besteuerungsdebatte geliefert: Eine vorsichtig einzuführende, angemessene steuerliche Behandlung könne sich so äußern, dass die Höhe der zu zahlenden Steuer abhängig vom Nikotingehalt des Liquids ist.

Fazit

Noch hinken die Tabakkonzerne mit der Produktion hochwertiger E-Zigaretten nach, was vor allem mit dem relativ späten Einstieg in den Markt zu begründen ist. Durch (kosten-)intensives Marketing, bereits vorhandene Vertriebspunkte und bestehende oder einfach zu erlangende Kooperationen mit großen Einzelhandelsketten wird es den Herstellern allerdings ermöglicht, mit der gestandenen Konkurrenz mitzuhalten und die vermeintlicher Einsteiger-Geräte an den Mann (oder die Frau) zu bringen.

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One thought on “Diese Tabakriesen investieren in E-Zigaretten

  1. Schön zu sehen, dass es auch ein paar Firmen der Tabakindustrie geschafft haben auf den Zug der E-Zigaretten aufzuspringen. Dies ist deutlich sinnvoller das das Ganze, was die anderen Firmen vor haben.

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