E-Zigarette Volt Ohm Watt Rechnung
Rund um E-Zigaretten

Volt, Ohm, Watt denn nun?

Mal eben die Zigarette aus der Schachtel holen und zum Glimmen bringen – da steckt nicht viel Wissenschaft hinter. Ganz anders sieht es da mit E-Zigaretten aus. Früher oder später wird man da auf die relevanten physikalischen Größen treffen.

Mithilfe des Widerstands eines Verdampfers und der anliegenden Spannung des Akkus lässt sich die elektrische Leistung berechnen. Abhängig vom Akkuträger und Verdampfer pendelt sich bei den meisten Dampfern eine Leistung von 8 – 10 Watt ein.
Nehmen wir uns einmal die bei Anfängern beliebte Kanger EVOD als Beispiel: Der Verdampferkopf hat einen Widerstand von 1,8 Ohm, der getaktete Akku eine Ausgangsspannung von rund 3,7 Volt. Damit kommt man auf die besagten 8 Watt.

 

Es gilt jedoch: Probieren geht über Studieren und den sogenannten Sweet Spot zu finden, an welcher Stelle das Dampverhalten und die Aroma-Entfaltung optimal sind. Dazu wird ein regelbarer Akku benötigt, bei dem die Ausgangsspannung oder -leistung angepasst werden kann.

Als Anfänger braucht man sich bei den Einsteigersets keine Sorgen machen, da bei diesen in der Regel keine Möglichkeit zur Regelung besteht und die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Was bedeutet der Widerstand (Ohm) bei einer E-Zigarette?

Ohm-SymbolOhm bezeichnet die Einheit des elektrischen Widerstands. Dabei gilt folgende Regel: Je geringer der Widerstand des Verdampfers, desto mehr Strom fließt durch diesen. Wird also ein höherohmiger Verdampfer eingesetzt, so hat das Rohr einen dünneren Durchmesser und so weniger Strom fließt dadurch.

Ein niedrigohmiger Verdampfer bringt folgende Eigenschaften mit sich:

Vorteile:

  • mehr Dampf wird erzeugt
  • der erzeugte Dampf ist wärmer
  • der Geschmack ist intensiver

Nachteile:

  • höherer Energieverbrauch => verringerte Akkulaufzeit
  • höherer Liquid-Verbrauch
  • geringere Lebenszeit des Verdampfers

Einige erfahrene Dampfer setzen daher auf sogenannte Sub-Ohm-Verdampfer, welche einen extrem geringen Widerstand haben (unter 1,0 Ohm) und wobei sehr viel Strom fließt. Dies ist nur mit geeigneten Akkus (Akkuträgern) möglich, da die geregelten Akkus eine Abschaltautomatik haben, um einem Kurzschluss vorzubeugen. Diese Art des Dampfens entstammt einer Zeit, als es ausschließlich geregelte Akkus mit relativ geringer Leistung auf dem Markt zu erwerben gab. Um der Heizwendel mehr Leistung zuführen zu können war die einzige Möglichkeit, Verdampfer mit einem geringeren Widerstand zu verwenden.

Ein höherohmiger Verdampfer bringt also genau das Gegenteil:

  • verringerter Energieverbrauch => höhere Akkulaufzeit
  • geringere Dampfentwicklung
  • der erzeugte Dampf ist eher kühl
  • der Geschmack ist in der Regel weniger intensiv

Ich kann dabei keine klare Empfehlung aussprechen, da diese Entscheidung immer von den eigenen Präferenzen abhängig ist. Wie gesagt: einfach austesten was einem liegt, denn wenn etwas nicht viel kostet und sowieso regelmäßig ausgetauscht werden muss, dann sind es die Verdampferköpfe.

Wozu in der Spannung regelbare Akkus?

Die Dampf- und Aroma-Entwicklung ist nicht einzig und allein vom Widerstand des Verdampfers abhängig, sondern noch von weiteren einfließenden Faktoren. Ein sehr wichtiger Faktor ist die anliegende Spannung, die bei einem regelbaren Akku individuell eingestellt werden kann.

Mal ein einfaches Beispiel: Die Kanger EVOD hat eine Ausgangsspannung von 3,7 Volt, deren Verdampfer einen Widerstand von 1,8 Ohm und der Akku eine Kapazität von 650 Millliamperstunden.

  • Strom (A) ist die Menge an Ladungsträgern, die fließen
  • Spannung (V) ist die Energie eines jeden Teilchens
  • Widerstand (Ohm) behindert das Fließen der Ladungsträger

Hätten wir also nun einen regelbaren Akku und würden die Spannung erhöhen, so würde dies zur Folge haben, dass mehr Strom zum Verdampfer fließen kann. Eine intensivere Dampfentwicklung lässt sich also dadurch erreichen, dass dem Verdampfer mehr Energie zugeführt wird. Gleichzeitig ergibt sich hierbei jedoch das Problem, dass bei einer zu hohen Spannung der Verdampfer nach wenigen Zügen durchbrennt oder zumindest die Lebensdauer des Verdampferkopfes deutlich reduziert wird.

Zu Beginn des Artikels habe ich ja bereits erwähnt: Probieren geht über Studieren. Irgendwann schmeckt es einfach nicht mehr. Es sollte sich hier jedoch ein wenig an die physikalischen Gesetze gehalten werden. Auf den meisten Verdampferköpfen ist allerdings auch aufgedruckt, wie viel Watt diese höchstens ausgeliefert sein sollten.

Volt- vs. Watt-Dampfen

Es gibt regelbare Akkus, die sowohl einen Volt-Modus als auch einen Watt-Modus bieten.

Im Volt-Modus lässt sich festlegen, wie hoch die anliegende Spannung sein soll.

Betreibt man das Gerät im Watt-Modus, so berechnet die Elektronik selber, wie viel Spannung anliegen muss.

Es ist daher also theoretisch möglich, dass im Volt-Modus mehr Spannung erreicht werden kann, als der Watt-Modus eigentlich an Maximalspannung hergeben kann.

Beispiel: Feuert man nun 3,8 Volt auf einen 1,8 Ohm-Verdampfer, so ergibt dies eine Leistung von knapp über 8 Watt. Wechselt man nun auf einen 2,2 Ohm-Verdampfer, so lässt sich ein beträchtlicher Rückgang der Dampfentwicklung feststellen, da die Leistung plötzlich nur noch bei 6,5 Watt liegt. Es muss also die Spannung auf 4,2 Volt erhöht werden, um die fehlende Leistung zu kompensieren.

Bildquelle: https://de.fotolia.com/id/98391256 Urheber: duster112

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