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Rund um E-Zigaretten

Die 4 größten Feinde der E-Zigaretten

E-Zigaretten sind unumstritten die bahnbrechendste Erfindung, die die Tabakindustrie in den letzten Jahren getroffen hat. Der Markt wächst rasant und hat Millionen von Abnehmern gefunden, die der Zigarette den Rücken zugekehrt haben. Durch größtenteils nicht vorhandene Regulierungen wird es den E-Zigaretten-Herstellern ermöglicht, intensives Marketing zu betreiben.

Das ist dem milliardenschweren Tabaksektor ein gewaltiger Dorn im Auge und so wird mit teils verzweifelten Mitteln und Aussagen der Kampf Jahr für Jahr verstärkt. Und dann gibt es da noch drei weitere Parteien, die sich gerne ein Stück vom Kuchen abschneiden würden.

Tabakindustrie

„Die Tabakindustrie und ihr Kampf gegen die E-Zigarette“ könnte der Titel eines Bestseller-Buches lauten. Als hätten die Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges nicht schon genug mit dem durch steigende Steuern und Rauchverbote bedingten Rückgang des Zigarettenkonsums zu kämpfen (siehe Statistisches Bundesamt), sorgt auch noch der enorme Boom der E-Zigaretten sowie die kaum skalierbaren Nikotinersatzpräparate für „rauchende Köpfe“.

Dies ist nur ein Auszug der Forderungen einiger Vertreter der Tabakindustrie:

  • wiederbefüllbare E-Zigaretten verbieten
  • Warnhinweise auf E-Zigaretten
  • Tabaksteuer auf E-Zigaretten
  • Dampfen in öffentlichen Räumlichkeiten verbieten
  • reduzierte Produktpaletten

Wie stark der E-Zigaretten-Markt die Tabakbranche in Bedrängnis bringt zeigt auch der Fakt, dass sich immer mehr Zigarettenhersteller der Produktion von E-Zigaretten zuweden. Die Altria Group, die einst unter dem Namen Phillip Morris stand und als eine der weltweit führenden Tabakkonzerne agiert, brachte 2014 die „MarkTen“ auf den Markt. Hierbei handelt es sich um eine gewöhnliche Mini-E-Zigarette, die alle vorstellbaren (Un-)Annehmlichkeiten eines solchen Models bietet – eine geringe Dampfentwicklung, ein extrem kleiner Akku mit geringer Laufzeit und ein Geschmack, der ebenfalls zu wünschen übrig lässt.

Auch Reynolds American, der zweitgrößte Tabakkonzern der USA, möchte auf dem Markt Fuß fassen. Welche extremen Ausmaße der Wille zur Konkurrenzfähigkeit annimmt, zeigt allein der Nikotingehalt des sich in dieser E-Zigarette befindlichen Liquids – 4,8 %. Das entspricht etwa dem 260 %-igen Nikotingehalt einer normalen Zigarette.

Pharmaindustrie

Das Geschäft mit den Nikotinersatzpräparaten ist ein Milliardengeschäft. 2014 lag der Umsatz des E-Zigaretten-Marktes bei rund 6 Milliarden US-Dollar (womit dieser der Nikotinersatzprodukte erstmals überboten werden konnte). Bis 2019 wird eine Wachstumsrate von 42 % prognostiziert.

Nicht nur die vielen objektiven Studien, die die langfristige Wirksamkeit von Nikotinersatzpräparaten anzweifeln, machen den Herstellern zu schaffen. Es sind vor allem die Konsumenten, die die E-Zigarette als deutlich bessere Alternative zur Tabakzigarette ansehen. Im Zuge ihrer Lobbyarbeit versucht die Pharmaindustrie daher, die E-Zigarette in einem möglichst schlechten Licht darstehen zu lassen.

Beispielhaft für dieses Engagement ist eine geleakte (inoffizielle) Mitteilung des weltweit sechstgrößten Pharmanunternehmens „GlaxoSmithKline“ an Politiker, in der darauf hingewiesen wird, dass die E-Zigarette das Einfallstor zum Tabakkonsum sei und diese Produkte daher als Arzneimittel eingeordnet werden sollten. Diese Aussage ist natürlich Schwachsinn. Würde sie dennoch der Wahrheit entsprechen, sollte es durch die Pharmakonzerne begrüßt werden, da sich hier genau die Zielgruppe wiederfindet.

Vater Staat

Preisaufteilung-Tabakzigarette
Preisaufteilung einer Schachtel Zigaretten: 19 Stück / 5,40 €

Der Steueranteil an einer Schachtel Zigaretten liegt im Jahr 2015 bei über 70 %, macht also fast drei Viertel des gesamten Packungspreises aus. Die Tabaksteuer beläuft sich auf über 56 %, die Mehrwertsteuer auf fast 16 %. Die Netto-Einnahmen der Tabaksteuer lagen 2014 bei über 14,6 Milliarden Euro!

Diese unvorstellbare Summe ist selbsterklärend dafür, warum auch die Regierungen Interesse an einer Regulierung der E-Zigaretten haben. Die Raucher-Lobby fordert gar die Einführung einer Tabaksteuer. Welcher Tabak da genau gemeint ist, steht noch in den Sternen.

Die Finanzpolitik hat ein reges Interesse daran, durch die Raucher viel Geld für den Fiskus einzutreiben. Was jedoch dauerhaft verschleiert wird sind die Kosten, die durch die Folgen des Rauchens entstehen (medizinische Behandlungen, früherer Renteneintritt durch Krankheit, verminderte Leistungsfähigkeit etc.). Hochrechnungen stellten heraus, dass die Kosten bei einigen Milliarden Euro mehr liegen als die Einnahmen durch die Tabaksteuer.

Nehmen wir an, dass es in Deutschland drei Millionen aktive Dampfer gibt (was mittlerweile keine utopische Zahl mehr ist), die von der Tabak- auf die E-Zigarette umgestiegen sind, können wir mal eine kleine Rechnung aufstellen. Bei durchschnittlich einer Schachtel pro Tag sind das hochgerechnet auf ein Jahr Steuerverluste von über 3,2 Milliarden Euro für den Staat (ohne Einbeziehung der ebenfalls an dieser Stelle wegfallenden Mehrwertsteuer)! Dies wiederum fällt zu Lasten der aktiven Raucher, die sich den Steuererhöhungen gegenüber ergiebig zeigen müssen.

WHO

Das für den Schutz von heutigen und zukünftigen Generationen vor den Folgen des aktiven und passiven Rauchens festgelegte Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs setzt an der richtigen Stelle an – könnte man meinen. Doch auch die Weltgesundheitsorganisation sieht sich mit der enormen Beliebtheit der E-Zigarette nicht einverstanden.

Dies lässt sich schon allein an einem Bericht ausmachen, der nach einer mehrtägigen Konferenz im Oktober 2014 geleaked wurde. In diesem werden sämtliche Bedenken rund um die „Electronic nicotine delivery systems“ behandelt.

Im Detail geht es um drei Punkte:

  • die Gesundheitsgefahren für Anwender und Nicht-Anwender
  • die Wirksamkeit als Mittel zum Rauchentzug und der Nikotinabhängigkeit
  • die ausgehende Gefahr der E-Zigarette als Übergangsmittel zur Tabakzigarette, sowie Kontrollmöglichkeiten und Regulierungen

Wenig überraschend ist es, dass im Folgenden ausgiebig vor den potenziellen, größtenteils wohl noch unerforschten Gefahren des E-Zigaretten-Konsums gewarnt wird. Letztendlich kommen die Mitglieder zu den Möglichkeiten der Regulierung.

Hier käme etwa in Frage, die Hersteller von den Werbeversprechen als gesundes und probates Mittel zum Rauch- und Nikotinentzug abzuhalten, E-Zigaretten in der Öffentlichkeit zu verbieten, die Werbung, Promotion und das Sponsoring aus Schutz vor Jugendlichen und Nicht-Anwendern effektiv zu regulieren, die  Gesellschaft vor den verdeckten kommerziellen Interessen der E-Zigaretten- und Tabak-Lobby zu schützen, Vorschriften einzuführen (so etwa Frucht-, Süßigkeiten- und Alkohol-Liquids zu verbieten, bis empirische Beweise dafür geliefert wurden, dass Jugendliche sich nicht angezogen fühlen), Gesundheitswarnungen, umfassende Überwachungen und Kontrollen sowie den Verkauf an Minderjährige zu verbieten.

Diese teils sehr wirren Forderungen haben auch führende Tabakexperten wenige Tage nach der Veröffentlichung zu einer Stellungnahme veranlasst, in der sie die überzogene Panikmache kritisieren. Die Bedenken über potenzielle Risiken können nachvollzogen werden, doch sei es von hoher Bedeutung, dass Gesundheitsexperten ihre subjektive Meinung von den wissenschaftlichen Belegen trennen und letzteres so objektiv wie möglich präsentieren.

[wpsm_quote author=“Ann McNeill, Professorin für Tabaksucht am King’s College London“ float=“left“ width=“100%“]Wir waren überrascht von der negativen Stellungnahme und befanden es als irreführend und als nicht akkurate Betrachtung. E-Zigaretten sind neu und sicherlich haben wir noch nicht alle Antworten auf ihre langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit erhalten, doch Fakt ist, dass sie deutlich weniger schädlich als Tabakzigaretten sind, die jährlich für den Tod von über 6 Millionen Menschen verantwortlich sind.[/wpsm_quote]

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